Beifuß/ Artemesia vulgaris

Dieses wunder-volle Kraut übt schon seit einiger Zeit eine große Anziehungskraft auf mich aus. Leider ist die Mutter aller Kräuter, so wird sie genannt, über die Jahrhunderte in Vergessenheit geraten. Dabei begleitet sie uns unablässlich. Diese Pflanze muss man in der Regel nicht lange suchen. Sie wächst häufig an Wegesrändern, in kies- und steinhaltiger Erde und Abhängen.
Der Sage nach gehörte Thor, dem germanischen Donnergott, der Zaubergürtel Megingjardr. Dieser Gürtel bestand aus Beifuß. Damit konnte er seine Kraft verdoppeln. Er half ihm dabei seine gefährlichen Reisen und Kämpfe zu bestehen.
Artemesia (ein anderer Name des Beifußes) hat den Namen von der Gemahlin des Königs Maussolos, der im 4. vorchristlichen Jahrhundert regierte. Man sagt, sie war eine Heilkundige.
Der Göttin Artemis, die von den Griechen und Persern verehrt wurde, werden besonders heilkräftige Pflanzen zugeordnet. Zu ihnen zählt der Beifuß. Artemis galt als Schutzherrin der Kräuterheilkundigen und als große Muttergöttin. Bei den Römern hieß Artemis Diana.
Unsere Vorfahren, die Kelten, nannten diese besondere Pflanze Mugwurz, was so viel wie wärmen, kräftigen heißt. Später war ihr Name Machtwurz. Für dieses Volk war sie eine magische Kraftpflanze.
Zur Sommersonnenwende wurden Kräutergürtel gebunden. Auch hier war der Beifuß ein wichtiges Kraut. Den Erzählungen nach wurde beim Tanz um das Sonnenwendfeuer dieser Gürtel in das Feuer gegeben und mit ihm alles Schlechte.
Es gilt als ein Kraut der Venus. Seine spitzen Blätter und Blüten sind aromatisch und helfen bei der Behandlung von vielen weiblichen Krankheiten. Unter anderem stärkt Artemesia die Fruchtbarkeit, ist wehenfördernd und erleichtert die Nachgeburt. Bei Menstruationsbeschwerden behebt sie Krämpfe und fördert die Monatsblutung.
Dieses Kraut gilt als Begleiter der Wanderer. Wir finden es oft an den Wegrändern. Bei müden Füßen kann man ein Fußbad damit nehmen oder man legt ein Blatt der Pflanze direkt in die Schuhe.
Auch als traditionelles Gewürz für den Gänsebraten ist es zu verwenden. Denn es hilft bei der Verdauung von fettigem Fleisch.

Wirksamkeit beim Räuchern:

-stärkend                                           -stärkt die Intuition
-erwärmend                                     -bringt die gestockte Gefühlswelt in Bewegung
-entspannend                                  -hilft beim Annehmen von Schicksalhaften
-entkrampfend                                               -reinigend für Räume
-erdend                                              -kann helfen eigene heilende Kräfte zu aktivieren
-leicht klärend

Artemesia wird oft als Begleitung von Ritualen genommen, vor allem Übergangsritualen wie zu der Sommersonnenwende und der Wintersonnenwende. Auch wird es bei Trauerprozessen und Veränderungen im Leben genommen.
Der Beifuß wird kurz über dem Boden abgeschnitten. Danach an einem luftigen und schattigen Ort aufgehängt. Wenn das Blatt beim Zerreiben knistert, ist es räucherfertig. Zur Räucherung können Blätter und Blüten genommen werden. Es reicht das Kraut in eine feuerfeste Schale zu geben, an zu zünden und die Flamme aus zu pusten.
Dieses Kraut darf nicht bei Fieber, in der Schwangerschaft und der Stillzeit angewendet werden.

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